Was ist AMD?

makuladegeneration

Die Altersbedingte Makuladegeneration ist die am häufigsten auftretende Form der Makuladegeneration, bei der die sogenannte Macula lutea der Netzhaus allmählich aber unaufhaltsam ihre Funktion verliert. In sehr seltenen Fällen kann die Makuladegeneration auch angeboren sein oder durch bestimmte Krankheiten und Medikamente ausgelöst werden. Die Sonderformen der AMD besprechen wir auf einer anderen Seite als Hintergrundinformation.

Das bekannteste Symptom der AMD ist der Verlust der Scharfsichtigkeit, so dass beispielsweise das Lesen unmöglich wird. Aber auch das Kontrast- und Farbensehen nimmt durch diese Erkrankung ab, während die Blendungsempfindlichkeit zunimmt. Viele Betroffene haben auch große Probleme, sich auf veränderte Lichtverhältnisse einzustellen, zum Beispiel beim Heraustreten aus dem halbdunklen Flur ins helle Tageslicht.

Wie entsteht eine AMD?

Das menschliche Auge ist ein ausgesprochen komplexes Gebilde, das wir hier näher erläutern. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Netzhaut (Retina), das Nervengewebe auf der Innenseite des Auges: Die Netzhaut sorgt dafür, dass das einfallende Licht in Nervenimpulse umgewandelt wird und diese Signale an das Gehirn weiterleitet. In der Mitte der Netzhaut befindet sich die sogenannte Macula Lutea – der „Gelbe Fleck“ – in der sich die meisten Sehzellen konzentrieren. Der Name ist darauf zurück zu führen, dass die Macula Lutea als einziger Teil der Netzhaut gelb pigmentiert ist.

Im Alltag ist die Macula Lutea für das „Scharfsehen“, zum Beispiel beim Lesen und Autofahren, zuständig. Die sie umgebende Netzhaut dient dagegen eher zur Wahrnehmung des Umfeldes, z.B.der Dinge am Rande des Blickfeldes, die weit weniger scharf gesehen werden. Wenn die Macula Lutea mit zunehmendem Alter ihre Funktionstüchtigkeit verliert und somit auch die Scharfsichtigkeit verloren geht, ist von einer Altersbedingten Makuladegeneration die Rede.

Das Alterspigment Lipofuscin

Ausschlaggebend ist dabei das sogenannte „Alterspigment“, Lipofuscin oder Lipofuszin, das z.B. auch für die bräunlichen „Altersflecken“ auf der Haut verantwortlich ist. Das Pigment ist ein vom Körper nicht verwertbares Abfallprodukt, das durch oxidativen Stress beim Stoffwechsel entsteht. Oxidativer Stress ist ein ganz normaler Bestandteil des Älterwerdens und lässt sich nicht vollständig verhindern. Eine gesunde Lebensweise kann ihn jedoch deutlich mindern. So ist beispielsweise bekannt, dass das Rauchen starken oxidativen Stress auslöst und so die Alterungsprozesse beschleunigt.

Lipofuscin sammelt sich u.a. auch in den RPE-Zellen der Pigmentepithelschicht im Auge an und führt schließlich zum Absterben dieser Zellen. Das Zellsterben zieht auch die Photorezeptoren (die Sinneszellen), die über ihnen in Mitleidenschaft, so dass die Sehfähigkeit im Laufe der Zeit immer stärker beeinträchtigt wird. Betroffene sehen schließlich nur noch einen „blinden Fleck“ statt dem scharfen Gegenstand oder der Person im Mittelpunkt ihres Blickes.

Die trockene AMD

Die Ablagerung von Lipofuscin, sowie von Drusen (einem ähnlichen Abfallprodukt) und eine gestörte Durchblutung der Aderhaut führen zur sogenannten trockenen AMD, die rund 80% der Fälle ausmacht. Diese Form der AMD verläuft zumeist schleichend aber unaufhaltsam. Sie führt jedoch nur selten zu einer echten Erblindung.

Die feuchte AMD

Etwa 10 – 15% der Betroffenen leiden hingegen unter der aggressiveren feuchten AMD (der häufig eine trockene AMD vorausgeht). Bei dieser Form bilden sich unter der Netzhaut Gefäßmembrane, die zu leichten Blutungen oder dem Austreten anderer Flüssigkeiten im Auge führen. Da sich diese Flüssigkeiten in der Netzhaut ansammeln, können die einfallenden Lichtreize vom Auge nicht mehr in „Bilder“ umgewandelt werden. Dadurch kann der Betroffene meist kaum noch etwas sehen. Die Krankheit verläuft zudem oft schneller als die trockene AMD. Die moderne Augenheilkunde hat jedoch mittlerweile Wege gefunden um diese gefährlichere Form der AMD z u behandeln.