Sonderformen der Makuladegeneration

Neben der weit verbreiteten trockenen AMD und der verschärften Form der feuchten AMD gibt es mehrere Sonderformen, die zwar recht selten sind, aber dennoch nicht unerwähnt bleiben sollen. So gibt es die beiden Erbkrankheiten Morbus Best und Morbus Stargardt, von der Menschen jeden Alters betroffen sein können.

Morbus Best (vitelliforme Makulageneration)

Diese Krankheit kann schon Kinder und Jugendliche treffen, da die Krankheit genetisch bedingt ist und daher von einem Elternteil vererbt wird. Dabei handelt es sich um Ablagerungen im Bereich der Makula, die sich im Laufe der Zeit verflüssigen und später die Netzhaut schädigen. In diesem Stadium kommt es zu schweren Sehbehinderungen, die nur teilweise durch Sehhilfen ausgeglichen werden können. Eine Behandlung gibt es derzeit nicht. Eine gesunde Ernährung mit grünem Gemüse und Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A oder Lutein können lediglich dazu beitragen, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen.

Morbus Stargardt

Anders als die Best-Krankheit wird diese genetisch bedingte Krankheit rezessiv vererbt und ist daher weit seltener. Auch hier kommt es schon bei Jugendlichen zu Ablagerungen im Pigmentepithel der Netzhaut, die allmählich die Sehschärfe beeinträchtigen. Sehhilfen können die Symptome jedoch zu einem großen Teil lindern und in vielen Fällen bleibt die Sehkraft auch relativ stabil erhalten. Eine echte Heilung gibt es derzeit noch nicht, auch wenn der Wirkstoff Soraprazan mit einigem Erfolg getestet wird. Eine Zulassung steht jedoch noch aus.

Retinopathia pigmentosa (Patermann-Syndrom)

Bei dieser Form handelt es sich um eine Degeneration der Netzhaut, die entweder erblich bedingt ist, oder auch durch spontane Mutation auftreten soll. In seltenen Fällen können auch toxisch wirkende Medikamente wie Chloroquin zu dieser Erkrankung führen, die die Photorezeptoren der Netzhaut zerstört. Dabei schreitet die Krankheit zumeist von außen nach innen fort, d.h. zuerst wird das Sichtfeld eingeschränkt und später die Makula angegriffen. Eine echte Behandlung gibt es auch hier nicht – allerdings kann die Einnahme von Vitamin A ein Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Abhebung des retinalen Pigmentepithels

Ein gestörter Stoffwechsel ist der Auslöser für diese seltene Sonderform der AMD. Weil der Transport von Netzhautzellen gestört ist, kommt es zu Ablagerungen von Zellabbauprodukten im Pigmentphithel, die sich schließlich zu einer Barriere aufwölben. Dadurch kommt es im weiteren Verlauf zu einer Abhebung des retinalen Pigmentepithels im Bereich der Makula, so dass das scharfe Sehen beeinträchtigt wird. Der Augenarzt kann die Abhebung oft schon mit bloßem Auge erkennen. Wie die feuchte AMD kann diese Erkrankung auch mit Anti-VEFG-Medikamenten behandelt werden, die ins Auge gespritzt werden.

Retinale angiomatöse Proliferationen

Bei dieser Krankheit, kurz RAP genannt, kommt es zu einer Veränderung der Netzhautgefäße, die mit der Auftreibung von Kapillaren im Bereich der Makula beginnt und später zu Abhebungen des Pigmentepithels führen können. Je früher diese Krankheit erkannt wird, umso besser sind die Behandlungsmöglichkeiten ehe es zu größeren Schäden kommt.