Der Umgang mit AMD im Alltag

Die Diagnose „Altersbedingte Makuladegeneration“ ist ein schwerer Schlag für die Betroffenen. Dennoch sollte niemand in Panik verfallen, denn auch mit eingeschränkter Sicht ist das Leben nach wie vor lebenswert. So gibt es eine ganze Reihe an Sehhilfen, die den Alltag erleichtern, und in fast jeder Stadt treffen sich regelmäßig Betroffene zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung.

Technische Hilfsmittel für die AMD

Zunächst reichen oft noch gewöhnliche Brillen und Lupen um sich im Alltag zurecht zu finden. Bei fortschreitender AMD können auch Sprachausgabeprogramme, zum Beispiel für den Computer, „sprechende Uhren“ und Bildschirmlesegeräte eingesetzt werden. Neben Büchern in speziellem Großdruck gibt es heute auch die Möglichkeit auf Hörbücher umzusteigen oder auf einen eReader, bei dem die Schriftgröße individuell eingestellt werden kann.

Einfache Alltagstricks

Je früher die Diagnose AMD gestellt wird, umso besser können Betroffene ihren Alltag darauf ausrichten. Dazu gehören beispielsweise neue Lampen, die eine bessere und kontrastreichere Beleuchtung der eigenen vier Wände ermöglichen. In der Küche und im Badezimmer kann es hilfreich sein, Gegenstände mit Aufklebern in leuchtenden Farben zu markieren. So wissen Sie, dass die Flasche mit dem roten Punkt das Shampoo ist und die Flasche mit dem grünen Punkt die Bodylotion. In der Küche werden die meisten Dinge ohnehin an einem festen Platz aufbewahrt – wenn nicht, sollte damit begonnen werden. Wer beim Kochen mit dem ersten Griff die richtige Pfanne findet oder das richtige Schneidemesser, kann dies auch noch mit einer AMD tun.

Mit AMD draußen zurecht kommen

Während sich die eigene Wohnung ganz gut auf die neuen Erfordernisse einrichten lässt, sieht es draußen auf der Straße schon anders an. Doch auch hier gibt es viele Möglichkeiten, den Alltag zu bewältigen. So gehört eine kleine Taschenlampe und eine Lupe in die Handtasche, so dass beispielsweise Fahrpläne oder Verpackungen im Supermarkt gut gelesen werden können.

Niemand sollte sich scheuen, um Hilfe zu bitten, z.B. um etwas vorzulesen. Die meisten Menschen werden diese Bitte sicher nicht ablehnen. Vielfach stehen auch besondere Hilfsangebote zur Verfügung, zum Beispiel am Bahnhof oder am Flughafen, wo speziell geschultes Personal Sehhinderten dabei hilft, den richtigen Zug oder das richtige Flugzeug zu finden.

Gesprächskreise finden

Der Austausch mit anderen Betroffenen ist auf vielfältige Weise hilfreich. Vielen Menschen tut es einfach gut, mit anderen zu sprechen, die sich in der gleichen Lage befinden. Dazu können nützliche Tricks für den Umgang mit AMD ausgetauscht werden. Manchmal gibt es auch spezielle Workshops und Seminare rund um das Thema AMD. Eine wichtige Anlaufstelle ist der Verband Pro Retina Deutschland e.V. mit Hauptsitz in Aachen (www.pro-retina.de). Aber auch Augenärzte und Krankenkassen helfen gerne bei der Vermittlung von Selbsthilfegruppen am eigenen Wohnort.