Behandlungsmöglichkeiten trockene AMD

Anders als bei der feuchten AMD, wo die Therapie auf die gezielte Behandlung der Gefäße ausgerichtet ist, gibt es für die wesentlich häufiger auftretende trockene AMD keine echte Therapie und auch keine Heilung. Es gibt jedoch Möglichkeiten, den Verlauf zumindest etwas zu verzögern.

Nahrungsergänzungsmittel helfen

Studien ergaben schon 2001, dass Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können um den Körper noch besser mit Nährstoffen zu versorgen und so das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Als besonders erfolgreich hat sich eine Kombination aus den Vitaminen A, C und E, sowie Eisen und Zink herausgestellt. Die tägliche Einnahme dieser Nährstoffe in konzentrierter Form konnte das Risiko eines fortschreitenden Sehverlustes um rund 25% senken. Allerdings sollte niemand einfach auf Verdacht Nahrungsergänzungsmittel aus der Drogerie schlucken, denn eine Überdosis bekommt dem Körper ebenfalls nicht. Sinnvoller ist es, beim Arzt die aktuellen Werte überprüfen zu lassen und in Absprache mit ihm zusätzliche Dosen einzunehmen wenn dies sinnvoll ist. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann ebenfalls dazu beitragen, das Sehvermögen zu erhalten.

Medikamente gegen trockene AMD

Das Medikament Lampalizumab des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat 2013 einen Phase II-Test erfolgreich bestanden. Probanden nutzten das Präparat mit dem Antifaktor D über einen Zeitraum von 18 Monaten hinweg indem sie jeden Monat eine direkte Injektion des Wirkstoffes in den Glaskörper des Auges erhielten. Nach Ende des Testzeitraums wurde bei den Versuchsteilnehmern ein um 20 Prozent geringerer Fortschritt der sogenannten geografischen Atrophie (ein fortgeschrittenes Stadium der trockenen ADM) festgestellt als bei der Vergleichsgruppe, die nur ein Placebo erhalten hatte. Ob und wann Lampalizumab die Freigabe zur allgemeinen Nutzung erhält, ist jedoch derzeit noch unklar.

Ein weiteres Medikament in der Entwicklung ist Remofuscin, das direkt auf das sogenannte Lipofuszin einwirkt, das als Auslöser der AMD gilt. Bei ersten Tests zeigte sich, dass Remofuscin in der Lage ist, Lipofuszin aus den RPE-Zellen zu entfernen und so deren Absterben zu verhindern.

Bereits 2007 wurde erstmals das Medikament Fenretinide getestet, das sogar oral in Tablettenform eingenommen werden kann und das in ersten Studien ebenfalls eine gute Wirkung erzielte. Aber auch hier ist nicht klar, ob und wann das Medikament eine Zulassung erhält.

Operative Eingriffe noch Zukunftsmusik

Zu den weiteren diskutierten Behandlungsmöglichkeiten gehören u.a. Implantate wie das ECT (Encapsulated Cell Technology), das amerikanische Bioingenieure entwickelten und eine Transplantation von Stammzellen. Bis diese Therapieformen jedoch wirklich marktreif sind, dürften noch viele Jahre ins Land gehen.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wo bekommt man Lampalizumap oder Remofuscin.
    Ich bin 72 Jahre und schwer geschockt über diese Diagnose.
    Bitte können Sie mir helfen und sagen wo diese Medikamente erhältlich sind.
    Hoffentlich sind sie schon erhältlich , im Handel, oder kann man an der Teststudie teilnehmen.

    Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen,
    Annemarie Gassner

  2. Ich bin ebenfalls an einer Remofuscin-Studie interessiert und möchte wissen,
    ob und wo man das Medikament beziehen kann.

    Mit freundlichen Grüssen

    Alois Hoff